Salicylatintoleranz


Man glaubt es kaum, dass es das gibt: Unverträglichkeiten auf Gemüse und Obst! Es sind nicht wenige Menschen betroffen, aber sie wissen es meistens nicht. Sie fühlen sich krank, haben Darmprobleme, chronischen Schnupfen, Juckreiz u.a. Hautprobleme, Haarausfall, Migräne, Übelkeit, Asthma oder gar Tinnitus u.a. Schwierigkeiten. Zu den Beschwerden gesellt sich zwangsläufig eine Histaminunverträglichkeit, da Salicylate sog. Mastzellen aktivieren, was Histamin freisetzt. Darum ähneln sich auch die Symptome von einer Salicylat- und Histaminunverträglichkeit in manchen Körperbereichen. Es ist keine Allergie in klassischer Hinsicht und von daher springt auch nicht IgE an. Man spricht hier von einer Pseudoallergie. 

 

Aspirin®, aber auch die Wirkstoffe von Ibuprofen und Diclofenac blockieren das Enzym COX-1, welches aber wichtig ist für viele unserer Gewebe. Es sorgt für einen Magen-Darm-Schutz, die Blutgerinnung, eine gute Durchblutung in den Nieren. Wenn COX-1 blockiert wird durch Salicylate, können eben diese positiven Mechanismen nicht mehr richtig arbeiten und es kommt zu bekannten Nebenwirkungen von Medikamenten oder eben zu einer Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen Salicylate. Aber auch die Arachidonsäure wird in den Leukotrienweg umgeleitet, was zu starken Entzündungsreaktionen führen kann, wobei die Leukotriene stark erhöht sind. Das wiederum setzt zusätzlich Histamin frei. 

 

Wie schon beschrieben, wird Histamin ebenfalls ein Problem, denn sowohl Histamin und Salicylate belasten dieselben Entgiftungssysteme. Beide benötigen u.a. eine gute Leberfunktion sowie eine stabiles Darmmileu, um alles abbauen zu können. Sind aber beide Systeme durch Salicylat und Histamin überlastet, treten beide Unverträglichkeiten zur gleichen Zeit auf. 

 

Als ob dies noch nicht reicht, reagieren viele Betroffene zusätzlich auf Fructose oder FODMAPs (auf deutsch bedeutet das die Unverträglichkeit von bestimmten Zuckerarten und Zuckeralkoholen, wie z.B. Lactose, Fructose und stärkehaltige Lebensmittel). Dieser Umstand geschieht durch die Überlastung der Darmschleimhaut und der Mastzellen. Über bestimmte Blutwerte (Tryptase, Leberwerte, LDH, Eisen, Thrombozyten, Monozyten, Eosinophile) lässt sich u.a. feststellen, ob die Mastzellen in erhöhter Zahl vorkommen und somit einen Hinweis auf eine Salicylatunverträglichkeit oder gar auf eine Mastozytose geben. 

 

Aufgrund ihrer Symptome versuchen sie sich vermeintlich "gesund" zu ernähren und werden vegetarisch oder vegan. Alles wird immer schlimmer, aber dass es das Gemüse oder Obst sein kann, darauf kommt niemand. Kann ja auch gar nicht sein, denkt man. Schließlich wird seit Jahren behauptet "je mehr Gemüse, umso besser und gesünder fühlen wir uns". 

Wer allergisch auf Aspirin® (Salicylsäure) reagiert, hat sehr häufig auch ein Problem mit Gemüse und Obst. Warum ist das so? Salicylsäure ist vereinfacht ausgedrückt ein Stoff in Pflanzen, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Dies ist natürlich bedingt und Bestandteil einer jeden Pflanze. Aus diesem Stoff wurde seinerzeit Aspirin® hergestellt, was heute allerdings chemisch nachgebaut wird. Jetzt kann man den Zusammenhang nachvollziehen zwischen einer Allergie bzw. einer Unverträglichkeit von Aspirin® und Gemüse.

 

Es gibt Gemüse- und Obstsorten, die besonders viel Salicylat enthalten und Sorten, die weniger davon enthalten. Weniger attraktiv für Fressfeinde von Pflanzen scheinen die Kohlsorten zu sein, die verhältnismäßig wenig Salicylat enthalten. 

 

Gewürzpulver enthalten besonders viel Salicylat. Man muss sich vorstellen, dass z.B. für 100 Gramm Paprikapulver sehr viele Paprikaschoten getrocknet und gemahlen werden müssen, um diese Menge zu erreichen. Da Paprikaschoten besonders viel Salicylat enthalten und in einer Gewürzdose besonders viele davon enthalten sind, wird vorstellbar, dass dieses Gewürz bei Betroffenen sehr viele Probleme bereitet. Dies gilt für fast alle Gewürze. 

 

Salicylat lässt sich NICHT durch Erhitzen oder Einfrieren zerstören !!!

 

Hier nun eine Liste von Gemüse- und Obstsorten mit der Unterteilung von gering bis hoch eingestuften salicylathaltiger Pflanzenkost: 

 

Aber Vorsicht: trotz dieser Einstufung bleibt die Empfindlichkeit der Lebensmittel gegenüber individuell!

 

Bei Interesse können Sie hier weiterlesen, was TINNITUS mit Salicylat zu tun hat:

 

 

geringer Salicylatgehalt

 

Weißkohl

Staudensellerie

Eisbergsalat

Rotkohl

Grünkohl

Chinakohl

Rosenkohl

Wirsing

weiße Kartoffeln (doppelt geschält, da sich das meiste Salicylat direkt unter der Schale befindet) 

Banane

Papaya

Apfel (Golden Delicious geschält)

Birne

Honigmelone

Rhabarber

Zitrone

Mango

rote Pflaumen

Feigen

Fenchelpulver

Basilikumpulver

Kardamom

Gewürznelken

Mohnsamen

Cashews

Safran

Muskatnuss frisch gerieben

weißer Pfeffer

Hirse

Hafer

Reis (außer Basmatireis, Jasminreis, Wildreis)

Quinoa

Roggen

Weizen

Gerste

Hartweizengries

Maismehl

Maisstärke

Kartoffelstärke

mittlerer Salicylatgehalt

 

Schnittlauch

Petersilie

Knoblauch

Frühlingszwiebeln

weiße Zwiebeln

Bambussprossen

Sojasprossen

grüne Erbsen (frisch)

grüne Bohnen (frisch)

Blumenkohl

Möhren

Blattsalate

Zucchini

braune und rote Linsen

Tomaten

Mais

Wassermelone

Nektarinen

Cayennepfeffer

Sonnenblumenkerne

Pekannüsse

Haselnüsse

Bockshornkleesamen

Zimtstangen

Walnüsse

Sesam

 

hoher Salicylatgehalt

 

Kresse

Aubergine

Spinat

Rucola

Avocado

Broccoli

Gurken

Schalotten

Artischocken

Fenchel

Oliven

Pilze

Sauerkraut

Paprika

Radieschen

Chicoree

Endiviensalat

Grapefruit

Blaubeeren

Erdbeeren

Himbeeren

Aprikosen

Cranberry

Ananas

Brombeeren

Weintrauben

Rosinen

Orangen

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