Was hat Tinnitus mit einer Salicylatunverträglichkeit zu tun?

 

Es gibt nur eine Krankheit, die auf vielen Wegen ihre Beschwerden ausdrückt. Leider entsteht nur allzu häufig der Eindruck, dass es sich um mehrere Erkrankungen zur gleichen Zeit handelt, wenn Menschen viele Beschwerden auf einmal zeigen, die scheinbar nichts miteinander zu haben können. Gerade bei der unangenehmen Beschwerde des Tinnitus, der Menschen fast in den Wahnsinn treibt, zeigt sich sehr schön, welche Wege dorthin führen können. Der hier aufgeführte Weg ist allerdings nicht die einzige Ursache für Tinnitus, aber er sollte unbedingt auch in Zusammenhang mit Salicylat/Histamin in Betracht gezogen werden. 

 

Die im Innenohr befindlichen äußeren Haarzellen sind dazu da, den Schall zu verstärken, damit wir gut hören können. Für diesen Mechanismus müssen sich die Haarzellen zusammen ziehen und wieder entspannen, ähnlich wie bei einem Muskel. Dazu wird u.a. ein bestimmtes Protein benötigt, das Prestin. Leider hemmt Salicylat (bei Menschen, die das nicht gut abbauen können) dieses Protein. Die Folgen sind fatal:

 

die Haarzellen verstärken den Schall nicht mehr so gut und dem Gehirn fehlen für das Hören die Signale, kann also das Geräusch nicht richtig verstehen und verursacht dann eine eigene Produktion von Geräuschen, dem Tinnitus (vereinfacht ausgedrückt).

 

Salicylate beeinflussen ebenso die Blutzirkulation im Innenohr und es kommt zu Durchblutungsstörungen und erweiterten Gefäßen, was zu den Geräuschen, wie Pfeifen, Piepsen, Rauschen oder Dröhnen führen kann. 

 

Ebenfalls können Salicylate einen wichtigen Neurotransmitter im Innenohr, dem Glutamat, erhöhen. Dies führt ebenfalls zu Verstärkung von Ohrgeräuschen und lautem Pfeifen. 

 

Die gute Nachricht: wenn der Tinnitus durch Salicylate entstanden ist, lässt es sich beim Abbau von Salicylat auch wieder beheben und hinterlässt keine bleibenden Schäden.